Interview mit Dr. Martin Riegler

Warum haben Sie die „Methode nach Riegler“ entwickelt?
Riegler.: Mich hat einfach gestört, wie man mit Reflux umgegangen ist.

Was hat Sie dabei gestört?

R.: Jede/r hat die gleiche Therapie bekommen, nämlich Magensäureblocker (PPI) und wenn die nicht mehr geholfen haben, dann wurde eben operiert.

Was ist daran so falsch?

R.: Man hat dabei die Ursache vom Reflux übersehen und sich nur um die Beschwerden gekümmert.

Aber man hatte doch die Ergebnisse der Gastroskopie sowie Druck- und Reflux-Messungen?

R.: Das stimmt, aber dabei wurde etwas ganz Wichtiges vergessen.Man muss alle notwendigen Untersuchungen unter einen gemeinsamen Hut bringen, um an der Ursache des Problems ansetzen zu können. Und genau das ist das Prinzip der „Methode nach Riegler“.

Was ist das Neue an dieser Methode?

R.: Die „Methode nach Riegler“ richtet erstmals alle Untersuchungen (Gastroskopie, Druck- und Reflux- Messung) auf ein Ziel aus.
Nämlich, den Grund der Erkrankung zu erfassen und darzustellen, und das ist nun mal die Schwäche des Anti-Reflux-Ventils im Ausgang der Speiseröhre. Und hier setzt die 
Methode an, um alle Aspekte der Krankheit zu beheben, welche die Lebensqualität beeinträchtigen.

Und die wären?

R.: Sämtliche Beschwerden sowie ein etwaiges Krebsrisiko. Letzteres liegt vor, wenn die Diagnose „Barrett Ösophagus“ lautet.

Wie funktioniert die Methode nach Riegler?

R.: Das ist ganz einfach, entweder beheben wir die Schwäche des Anti-Reflux-Ventils mit der Anti-Reflux-Diät nach Riegler oder eben mit einer Reflux-OP. Welche Therapie zu empfehlen ist, finden wir durch die Untersuchungen heraus. Krebs - gefährliches Gewebe wird im Rahmen einer Operation, die wir Ablation nenen, entfernt.

Warum empfehlen Sie keine langfristige Behandlung mit Magensäure- Blockern (PPI)?

R.: Diese Therapie ändert ja nichts an der Schwäche des Anti-Reflux- Ventils. So haben Sie unter dem Einfluss einer PPI-Therapie immer noch Reflux, Sie spüren ihn halt weniger bis nicht mehr und glauben daher, keinen Reflux mehr zu haben. Außerdem haben PPIs zahlreiche Nebenwirkungen wie z.B. Völlegefühl, Blähungen, Durchfall, Kopfschmerzen, Osteoporose und Übelkeit. 

Letztendlich erhöhen sie das Risiko für einen Speiseröhrenkrebs um ein 5–10-Faches.

Was ist das Wichtigste bei der Methode nach Riegler?

R.: Man braucht als behandelnder Arzt viel Zeit, sehr viel Zeit, um auf die Betroffenen eingehen zu können. Und dann sollte man, wie ich zu sagen pflege, der Ursache die Gunst erweisen.

Woran glauben Sie?

R.: Ich glaube an das Gute im Menschen. Nur wird ihm das oft durch die, gegen unsere Natur gerichtete Lebensweise ausgetrieben. Und die Folge ist unter anderem Reflux.

Was empfehlen Sie?

R.: Ganz einfach: zurück zu den Wurzeln, auf zur Natur des Menschen.

Wo finden Sie die persönlich?

R. (zurückgelehnt mit verschränkten Armen): In der Literatur von Thomas Bernhard (lächelt) oder z.B. im Ausgang der Speiseröhre (schmunzelt). Oder mit Peter Handke im Wald, Pilze suchend (lacht). Oder: sich von Bob Marley’s Musik treiben lassen (schließt die Augen).